Die Geschichte des schamanischen Räucherns

Schon seid Urzeiten und solange es das Feuer gibt, gehört das Räuchern zu den traditionellen Ritualen der Menschheit. Feuer dient nicht nur dazu, Wärme zu spenden und die Nahrung zuzubereiten. Die Menschen stellten auch schnell fest, das der Rauch des Feuers Einfluss auf die Sinne nehmen kann. Besonders dann, wenn bestimmte Kräuter, Pilze, Heilpflanzen oder Holzarten geräuchert wurden, empfanden viele es als wohltuend und heilend. Man glaubte und fühlte, das dieser Akt etwas magisches und heiliges war und ein Zeichen der Götter sein musste.

Manche Menschen hatten sogar die Gabe, in den Rauchschwaden Figuren und Gesichter zu sehen und auch das wurde als Zeichen der Götter gesehen. Da der Rauch aus der Erde und dem Feuer kam und nach oben Richtung Himmel ins Göttliche stieg, ging man davon aus, dass er mit dem Geistigen in Verbindung stehen muss und auch die Verstorbenen und Ahnen darin ein Zeichen setzen konnten. Man fühlte sich mit ihnen auf eine magische Art und Weise verbunden und dieser traditionelle Brauch wird bis heute weitergelebt.

Ganz interessant ist, zu wissen, dass das Räuchern auch eine Art von Religion ist und von verschiedenen Kulturen zur gleichen Zeit praktiziert wurde ohne das Wissen der anderen. Das bedeutet ein ureigenes Wissen brachte die Menschen zu diesem Ritual ganz unabhängig davon, welche Gesetze und Regeln in der eigenen Kultur herrschte. Das Räuchern wurde aber nicht nur zum Zwecke der Verbindung mit den Göttern ausgeübt, sondern auch um der Natur, wie beispielsweise der Jahreszeiten zu huldigen. So gab es für jede Jahreszeit ganz bestimmte Kräuter und Pflanzen, die zum Räuchern verwendet wurden. Zu den beliebtesten Räucherdüften gehören Weihrauch, Kiefernnadeln, Lavendel oder auch Salbei.

Die Art des schamanischen Räucherns wird bis zum heutigen Tag auf allen Teilen der Erde zelebriert. Zum Abwehren von Hagel, Gewitter, Sturm und Regen hilft, wenn man der Sage glauben schenken möchte, das räuchern von Eisenkraut, Beifuß, Johanniskraut, Rainfarn und Königskraut. Auch Ställe der Tiere wurden beräuchert um sie vor Gefahren zu schützen. Aber auch kleine Räucherungen, wie zum Beispiel der Lavendel, kann ein wirksames Mittel gegen lästige Mücken sein. In der westlichen Welt wird das Räuchern häufig in den Kirchen mit dem Weihrauchkraut vollzogen.